Kirchliche Bestattung

 
Bei den Übergängen in unserem Leben lässt Gott uns nicht allein,
wir sind in einer Gemeinschaft, die uns trägt
und bitten um Gottes Segen:

"Gott segne dich und behüte dich,
er behüte deine Seele.
Gott behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!"

Psalm 121, 7+8


Kirchliche Bestattung

Ein Abschied, der zum Leben gehört

Dem Tod wohnt ein Schrecken inne, dem sich niemand entziehen kann.
Er nimmt Menschen von uns, die uns lieb sind
und führt uns vor Augen, dass wir vergänglich sind. Doch nach christlichem Verständnis behält der Tod nicht das letzte Wort. Der Glaube gibt Kraft, dem Tod zu begegnen, und die christliche Hoffnung reicht über den Tod hinaus.

So, wie wir bei unserer Geburt nicht ahnen können, in welche Welt wir hineingeboren werden, bleibt uns auch der Blick über die Schwelle des Todes versperrt.
Nicht jeder Tod kann als gottgewollt im engeren Sinn verstanden werden. Doch der Glaube an die Auferstehung gibt Zuversicht und Hoffnung, auch angesichts des Todes: Gott ist der Herr über Leben und Tod. Wir sind nicht verloren, sondern in Gott geborgen. Es ist eine lebenslange Aufgabe, zu glauben:
Unser Leben und Sterben hat Sinn, auch wenn wir es nicht immer verstehen können.
Allerdings: Der Tod eines Menschen lässt uns Gefühle von nicht gekannter Intensität erleben: tiefe Trauer, Angst vor dem eigenen Tod, die bohrende Frage nach dem Warum. Manchmal vielleicht auch die Erleichterung, dass ein Mensch endlich von langem Leiden erlöst wurde. Uns wird bewusst, dass wir den Verstorbenen nie wieder in unserem Leben sehen werden.
Unser christliche Glaube bietet dabei Vertrauen an: „Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand,“ heißt es in einem Kirchenlied Nr. 533 im Ev. Gesangbuch der EKHN.

Entsprechend wird in der kirchlichen Trauerfeier der Verstorbene in Gottes Hand übergeben. Ängste und Sorgen um ihn können abgestreift werden, denn wir können darauf vertrauen: Bei Gott sind die Verstorbenen gut aufgehoben.


Eine ev. Bestattung ist ein Gottesdienst mit Verkündigung der Auferstehungshoffnung. Er setzt deshalb in der Regel voraus, dass die verstorbene Person bei ihrem Tode der Ev. Kirche angehört hat.
 
Ihre Kirchengemeinde steht Ihnen auf Wunsch in den schweren Stunden des Abschieds und auch danach zur Seite. Neben der seelsorglichen Begleitung hält Ihre Kirchengemeinde viele Angebote bereit, die in dieser Situation helfen. Eine Tradition in der ev. Kirche haben:
  • Sterbebegleitung
  • Aussegnung
  • Trauergespräch
  • Bestattungsgottesdienst
  • Fürbitten im Gemeindegottesdienst
  • Trauerbesuch
  • Gedenken am Ewigkeitssonntag (Totensonntag)
Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer steht für Gespräche über Ihre Trauer zur Verfügung und nimmt Ihre Gefühle und Fragen ernst.

Nach Eintritt des Todesfalles verständigen Sie bitte ein Bestattungsinstitut und melden Sie baldmöglichst den Trauerfall im Pfarramt an (Tel. 06736 230). Wenn Sie es wünschen, kann auch – nach Möglichkeit – eine Aussegnung am Sterbebett erfolgen. Anderenfalls ist sie Bestandteil der Trauerfeier.
Zeitnah wird vom Pfarramt mit Ihnen und im Zusammenwirken mit dem Bestattungsinstitut der Termin für die Bestattung bzw. Trauerfeier festgelegt. Auch das sog. „Schap-Läuten“ wird von unserer Seite in die Wege geleitet. Die Trauerfeiern finden in unserer Pfarrei in der Regel an Werktagen nachmittags um 14 Uhr statt.
 
Das Trauergespräch
Im Trauergespräch mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer können Sie Ihre Gedanken u. Gefühle zum Ausdruck bringen. Sprechen Sie darüber, wie Ihnen zumute ist und was die oder der Verstorbene Ihnen bedeutet hat. Führen Sie sich noch einmal vor Augen, welche Stationen dieses Leben genommen hat und was Sie davon gemeinsam erlebt haben. Dabei geht es um das, was im Leben gelungen ist, genauso wie um das, was möglicherweise schwierig war oder unvollendet geblieben ist. Alles, was gesagt wird, wird vertraulich behandelt. Nur mit Ihrem Einverständnis werden die Inhalte des Trauergesprächs in der Traueransprache aufgegriffen.
Das Trauergespräch dient auch dazu, mit Ihnen den Ablauf der Trauerfeier zu besprechen. Sie haben die Möglichkeit, gemeinsam ein Bibelwort als Grundlage für die Predigt auszusuchen. Auch können Sie eigene Wünsche für geeignete Lieder einbringen. Ihre Pfarrerin oder Ihr Pfarrer wird Ihnen gerne Entscheidungshilfen geben.
 
Die Trauerfeier
Da jedes Leben in seiner Biographie u. Lebensgeschichte einzigartig u. wertvoll ist, wird diese von Gott verliehene Würde u. Individualität in einer kirchlichen Trauerfeier zur Sprache gebracht.
In Nieder-Wiesen, Bechenheim u. Erbes-Büdesheim findet nach der Bestattung auf dem Friedhof ein Trauergottesdienst in der Kirche statt; in Nack ist die Trauerfeier in der Friedhofskapelle u. anschließend erfolgt die Bestattung.
Bei einer Trauerfeier mit anschließender Kremation erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt die Urnenbeisetzung.
Auch nach einer zuvor erfolgten Kremation kann die Trauerfeier im Rahmen der Urnenbeisetzung erfolgen.
Im Rahmen einer Friedwaldbestattung ist selbstverständlich ebenso eine Trauerfeier möglich.
Unsere ev. Kirche hält Worte, Bilder und Lieder bereit, die über die Jahrhunderte immer wieder Menschen getröstet haben und ihnen bis heute im Angesicht des Todes Hoffnung und Zuversicht spenden. Sie geben Kraft, um Abschied zu nehmen. Sie helfen, die Zeit der Trauer zu überstehen.
Gerne stehe ich Ihnen als Ihr Pfarrer auch nach der Bestattung zur Seite, wenn Sie dies wünschen. Scheuen Sie sich nicht, mich anzusprechen.


Alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben
unter dem Himmel hat seine Stunde:
geboren werden hat seine Zeit,
sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit,
ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit.

(Die Bibel, aus Prediger 3,1-8)

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